Wie sinnvoll ist Abnehmen durch Fasten?

Abnehmen durch Fasten? Das steckt wirklich hinter dem Gewichtsverlust

Abnehmen durch Fasten, das scheint der neue Königsweg zu sein. Denn wer heute nach Tipps zum Abnehmen sucht, kommt um dieses Thema nicht mehr herum. Ganz besonders beliebt ist derzeit das Intervallfasten. Doch vor allem beim Heilfasten purzeln nur so die Pfunde. Es soll sogar Fastenpatienten geben, die ganze 10 Kilogramm verloren haben. In nur einer Woche, wohlgemerkt. Klingt unglaublich. Aber ist das wirklich alles nur Körperfett, das da verschwindet? Und ist diese Art der Gewichtsabnahme überhaupt nachhaltig? Hier gibt es den kritischen Faktencheck.

Abnehmen durch Fasten: Das passiert wirklich im Körper

Richtig ist, dass der Körper beim Heilfasten durch die Kombination aus Kalorienrestriktion und aktiviertem Fettstoffwechsel verstärkt viszerales Fett abbaut. Doch das ist nicht der alleinige Grund für den starken Gewichtsverlust. Denn ein Großteil der purzelnden Pfunde ist auf eine starke Entwässerung des Körpers zurückzuführen. Und zwar durch den Wegfall des Salzes in der Nahrung und dem Absinken des Insulinspiegels. Dadurch scheidet der Körper verstärkt Salz und große Wassermengen aus. Dieser Vorgang ist für den Körper sehr gesund.

Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass in der Fastenzeit Nahrungsmittel in nur sehr geringen Mengen zugeführt werden. Während der Stuhlgang jedoch weiterhin weitestgehend normal stattfindet. Deshalb geht ein großer Anteil des Gewichtsverlustes auch auf die Leerung des Magendarmtraktes zurück.

Darum kommt ein Teil des Gewichtsverlustes wieder zurück

Diese Faktoren sind der Grund, weshalb sich das Körpergewicht in den folgenden Tagen und Wochen nach dem Fasten wieder etwas erhöhen kann. Das heißt, der Magendarmtrakt füllt sich wieder und der Körper lagert Wasser ein. Mit dem so gefürchteten JoJo Effekt hat dies daher nichts zu tun.

Den „echten“ JoJo Effekt kann man dagegen nach dem Fasten mit einfachen Mitteln umgehen. 

So viel Kilogramm Körperfett kann man wirklich abnehmen durch Fasten

Laut dem renommierten Fastenarzt Prof. Dr. Andreas Michalsen ist beim Heilfasten, je nach individuellem Energiegrundumsatz, der Verlust an viszeralem Körperfett auf maximal 2 – 3 Kg pro Woche begrenzt. Warum das so ist, lässt sich sehr leicht rechnerisch erklären:

Ein Gramm reines Körperfett enthält 9 kcal. Geht man davon aus, dass man täglich zwischen 2000 und 3000 kcal verbraucht, kann man im Durchschnitt pro Fastentag 300 bis maximal 400 Gramm reines Körperfett verbrennen. Mehr ist rein physiologisch gar nicht möglich. Zumal man während der Fastenzeit auch auf schwere, körperliche Belastung verzichten und eher auf mäßige sportliche Aktivitäten setzen sollte.  

Natürlich ist das erheblich weniger als die 10 Kilogramm, wie oben beschrieben. Doch sollte dabei klar sein: Zum einen ist ein Verlust von 2 – 3 Kilogramm reines Körperfett in einer Woche keinesfalls wenig. Und zum anderen ist ein allzu schneller Gewichtsverlust, der länger anhält, ohnehin nicht unproblematisch. Denn dadurch gerät der Körper in Panik und geht aus Selbstschutz in den Hungerstoffwechsel über. Diese Schutzfunktion bremst den Fettverlust durch Absenkung des Energiegrundumsatzes aus und hat einen JoJo-Effekt zur Folge.

Ist Abnehmen durch Fasten dann überhaupt sinnvoll?

Definitiv ja! Aber die primäre Motivation zum Heilfasten ist in der Regel nicht der reine Gewichtsverlust. Sondern ein gesundheitlicher Reboot des Körpers.

Bei dieser Motivation geht es also um den gesamtgesundheitlichen Aspekt: Den Körper dabei zu unterstützen, optimal zu funktionieren. Und das erreicht man langfristig nur mit einem gesunden Lebensstil, der dazu führen kann, dass man abnimmt. Und um zu diesem gesunden Lebensstil zu finden, kann Fasten eine entscheidende Hilfe sein.

Fastencheck: welche gesundheitlichen Vorteile des Fastens sind für mich wichtig?

Darum unterstützt Fasten nachhaltig den Fettabbau

Wenn man also mithilfe von Fasten die körperliche Gesundheit unterstützen möchte, wirkt sich dies auch positiv auf den Abbau von Körperfett aus:

1. Auf körperlicher Ebene

  • Fasten unterstützt die Normalisierung des Insulinspiegels (und allgemein der Blutwerte). Das erleichtert dem Körper, auf die Fettreserven zuzugreifen und verhindert, dass er aufgenommenen Zucker als Fettreserve einlagert. Außerdem reduziert ein stabilisierter Insulinspiegel deutlich das Auftreten von Heißhunger-Attacken.
  • Während dem Heilfasten werden durch die Ketose (Fettstoffwechsel) aktiv 2 – 3 Kilogramm viszerales Fett pro Woche abgebaut (siehe oben)
  • Fasten regt dauerhaft den Stoffwechsel an und unterstützt den Körper dabei, wieder normal, das heißt optimal, zu funktionieren.
  • Nicht zu unterschätzen: Die Signale eines gesunden Körpers sind leichter zu deuten.
  • Auch lernt man durch das Fasten besser einzuschätzen, welche Art Hunger man gerade verspürt und wie man richtig darauf reagiert.

2. Auf psychischer Ebene

  • Wiederholtes Heilfasten unterstützt dabei, ein gesundes Bewusstsein für den eigenen Körper und Ernährungsstil aufzubauen. So entwickelt sich eine dauerhafte Motivation, die dabei hilft, einen Lebensstil in gesunde Bahnen zu lenken. Was auch das Abnehmen deutlich erleichtert.
  • Fasten verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Auf diese Weise wächst zusätzlich die Motivation durch einen gesunden Lebenswandel, das Wohlbefinden zu erhalten und weiter zu steigern. Dadurch fällt auch der Verzicht auf liebgewonnene, aber ungesunde Dinge deutlich leichter.

Damit ist klar…

Einmaliges Abnehmen durch Fasten reicht nicht

Heilfasten hilft damit in erster Linie psychisch als Initialzündung ganz entscheidend dabei, sich eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und Lebensweise anzugewöhnen. Denn genau das ist der ultimative Weg zum dauerhaften Gewichtsverlust:

Ein gesunder Lebensstil.

Um dieses Bewusstsein zu entwickeln und zu schärfen, ist Abnehmen durch Fasten ein optimaler Wegbereiter. Doch es gibt eine Fastenform, die im Alltag besonders gut zum Abnehmen geeignet ist: Das Intervallfasten.

Darum funktioniert Intervallfasten besser als jede Diät

Im Gegensatz zum episodischen Heilfasten ist Intervallfasten eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Besonders beliebt ist dabei die 16:8 Methode. Bei dieser Fastenform darf in einem Zeitraum von 8 Stunden am Tag Nahrung zugeführt werden. Daraufhin folgt ein kompletter Kalorienverzicht von 16 Stunden. Um das zu erreichen lässt man entweder das Frühstück oder das Abendessen weg.

Der große Vorteil gegenüber Abnehm-Diäten: das Intervallfasten wird nach einer Eingewöhnungszeit von ca. 3 Wochen in der Regel zu Routine. Ohne dass man dabei einen Verzicht verspürt. Damit ist diese Fastenmethode leicht durchzuhalten und kann rasch zum dauerhaften Ernährungsstil werden.

Darum nimmt man durch diese Methode ab: Intervallfasten…

  • stabilisiert den Insulinspiegel und reduziert damit den Heißhunger.
  • hilft dabei, ein gesundes Gefühl für Hunger zu entwickeln.
  • hilft dabei, sich das „Naschen zwischendurch“ abzugewöhnen.
  • führt durch das verkürzte Ess-Zeitfenster unbewusst zu einer Kalorienreduktion.
  • regt den Stoffwechsel und die Fettverbrennung an

Für den Erfolg ist jedoch eine gesunde Ernährung, moderater Sport und ein damit verbundenes Kaloriendefizit unverzichtbar.

Fasten durch Abnehmen? So funktioniert es am Besten

Wer also dauerhaft abnehmen will, sollte sich von der Vorstellung verabschieden, möglichst viel Gewicht in kurzer Zeit zu verlieren. Denn Crash-Diäten funktionieren in den meisten Fällen nicht. Hier reichen oft schon wenige Rückschläge, um die Motivation schnell zunichte zu machen. Die Motivation zum Abnehmen sollte daher eine andere sein:

Der Wunsch nach einem gesunden Körper, in dem man sich wohlfühlt.

Denn diese Motivation hört nicht mit dem Erreichen des Abnehm-Ziels auf, sondern versteht sich als lebenslange Aufgabe. Hierbei kann Fasten als „sicherer Hafen“ dienen, zu dem man immer wieder zurückkehren kann, um neue Motivation zu tanken. So findet man selbst nach Momenten der Schwäche zu einem gesunden Lebensstil zurück. Und bringt seinen Körper wieder zielsicher auf Abnehm-Kurs.

Hierbei empfiehlt sich ganz besonders die Kombination aus Intervallfasten, mediterranem Ernährungsstil und Sport. Diese kann noch alle paar Wochen durch mehrtägige Heilfastentage ergänzt werden. Auf diese Weise hat man einen Ernährungs- und Lebensstil, der die Gesundheit und das Wohlbefinden als Ganzes im Blick hat. Darüber hinaus wird dieser schnell zu einer Gewohnheit, die man nicht mehr missen will.

So findet man die beste Fastenmethode für sich

Beim Thema Fasten geht es damit also viel mehr als nur um den Gewichtsverlust. Denn noch viel spannender ist, wie sich Fasten in seinen verschiedenen Formen zum Beispiel auf Herzgesundheit, Blutwerte und Zellverjüngung auswirkt. Daher hat jede dieser Methoden, mit ihren sehr unterschiedlichen Anwendungsformen, ihre Daseinsberechtigung. Nicht nur das: Wie man schon beim Thema Abnehmen durch Fasten sieht, können sich die verschiedenen Methoden wunderbar ergänzen. 

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