Detox, Entschlackung, Entgiftung ... viel Lärm um nichts?

Was ist Detox aus medizinischer Sicht? Über körperliche Selbstreinigung auf Zellebene, den bewussten Verzicht auf ungesunde Lebensmittel und wie man seiner Gesundheit Gutes tut, ohne falschen Gesundheitsversprechen auf den Leim zu gehen.

Der Detox-Hype in der Werbung

Detox Parties, Detox Smoothies, Detox Saftkuren, spezielle Detox Rezepte, Detox Pflaster, Entgiftungskuren mit basischer Ernährung, Entschlackungs-Tees ... es war der Gesundheits-Hype der letzten Jahre rund um das Thema Entgiftung durch Lebensmittel. Zahlreiche Hersteller priesen ihre Nahrungsmittel mit dem Schlagwort „Detox“ an. Das Versprechen: nicht nur unglaublich gesund zu sein, sondern den Körper aktiv zu entgiften! Seit einiger Zeit ist es auffällig still geworden um den Trendbegriff.

Die Detox-Lüge: Abmahnwelle für Wunderprodukte

Wegen der Verwendung des Begriffs war es zu einer Reihe von Abmahnwellen gekommen. Unternehmen mussten teilweise fünfstellige Bußgelder zahlen, andere Lebensmittelhersteller gar ihre Produkt- und Firmennamen ändern. Der Todesstoß für den Detox-Hype erfolgte 2017. Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Verwendung des Begriffes „Detox“ für Nahrungsmittel unzulässig, da irreführend, sei. Steckte hinter dem Hype vielleicht nur heiße Luft?

Entgiften ist ein natürlich stattfindender Prozess

Jetzt gut festhalten! Der Körper entgiftet von selbst. Durch den Begriff „Detox“ entsteht beim Verbraucher ein falscher Eindruck: Der Verzehr der angepriesenen Produkte würde die entgiftenden Körperfunktionen über das ursprüngliche Maß hinaus verbessern. Dazu fehlt allerdings jegliche wissenschaftliche Grundlage. Auch die vielbeschworenen Schlacken im Darm und damit einhergehende Entschlackungs-Diäten sind medizinisch betrachtet keine haltbaren Aussagen.

Zellreinigung und Autophagie statt Detox und Entschlackung

Was aus medizinischer Sicht den Trendbegriffen am nächsten kommt, sind die sogenannten Zellprozesse der Autophagie, eine Art Recycling-Methode auf Zellebene, bei der beschädigte Zellbestandteile abgebaut und regeneriert werden. Mit Schlacken im Darm hat das wenig zu tun. Auch „Entgiften“ bedeutet auf gut Deutsch nur, dass der Körper die Blutwerte ins Gleichgewicht bringt. Dieser Prozess funktioniert bei gesunden Körpern von selbst und kann durch die Aufnahme von speziellen Nährstoffen nicht zusätzlich gesteigert werden.

Detox als Verzicht auf schädlichen Konsum

Natürlich spricht nichts gegen den alltagssprachlichen Gebrauch von Detox im Sinne eines gesunden Lebensstils. „Entgiftung“ als der bewusste Verzicht auf gesundheitsschädigende Gewohnheiten ist ein begrüßenswerter Trend. Ein gesundheitsbewusster Ernährungsstil kann den Entgiftungsprozess des Körpers positiv beeinflussen. Dafür braucht man aber keinen Hype.

Fasten für einen gesunden Körper

Eine wissenschaftlich nachgewiesene Möglichkeit, die Zellreinigungsprozesse des Körpers positiv zu beeinflussen, besteht in einer Fastendiät, bei der man über einen längeren Zeitraum keine feste Nahrung zu sich nimmt. Auch eine reduzierte Kalorien- und Proteinzufuhr (ca. 800 kcal) über mehrere Tage — die Scheinfasten-Diät– versetzt den Körper in einen Fastenzustand. Bei regelmäßiger Anwendung werden so die Reinigungs- und Zellerneuerungsprozesse angeregt, pathologische Blutwerte normalisiert, der Blutdruck gesenkt und die viszerale Fettverbrennung in Gang gesetzt. Eine beeindruckende Leistung unseres Körpers. Aber Detox würden wir es trotzdem nicht nennen!

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