Fasten ohne Darmentleerung: Ist Abführen für den A....?

Fasten ohne Darmentleerung: Ist Abführen für den A....?

Beim Heilfasten abführen? Die Traditionalisten schwören fest darauf. Die Wissenschaft sieht das dagegen entspannter. Und mit dem Konzept des Scheinfastens gibt es eine Methode, die Fasten ohne Darmentleerung möglich macht. Wir klären auf, unter welchen Gesichtspunkten Abführen beim Fasten wirklich sinnvoll ist. Und weshalb die Darmentleerung beim Scheinfasten komplett überflüssig ist.

Abführen ist fester Bestandteil des traditionellen Fastens

Abführen ist aus der Tradition des Heilfastens nicht wegzudenken. Traditionell wird die Darmentleerung 1–2 Tage vor dem Fasten durchgeführt. Aber auch während der Fastentage ist das Abführen gängige Praxis. Verwendet wird dafür das Glaubersalz. Aber auch der Einlauf mit einem Irrigator kann zum Einsatz kommen. Für viele, die das erste Mal fasten möchten, eine eher abschreckende Vorstellung. Die Notwendigkeit zur Darmentleerung wird von Traditionalisten mit vier Argumenten begründet:

  1. Ein vollständig entleerter Magendarmtrakt stellt seine Aktivität komplett ein. Damit fordert er auch keinen Nachschub mehr, da er keine Dehnungsreize empfängt und keine Hungersignale an das Gehirn senden kann. In der Folge soll der Hunger stark reduziert werden. Was das Fasten deutlich einfacher macht.
  2. Da der Körper während dem traditionellen Heilfasten nur Flüssignahrung und keine Ballaststoffe zugeführt bekommt, soll die Darmentleerung Verstopfung verhindern.
  3. Ein traditioneller Gedanke ist außerdem, dass Fasten auch eine Befreiung des Körpers von Giftstoffen, sogenannten Schlacken, ist. Dabei soll das Abführen eine wichtige Hilfe leisten. Der erfolgreiche Abbau dieser giftigen Schlacken durch Abführen soll sich durch besonders stark riechenden Stuhl bemerkbar machen.
  4. Kopfschmerzen während der ersten Fastentage gelten als eine der bekanntesten Nebenwirkungen. Traditionalisten führen sie darauf zurück, dass Stuhlreste, die nicht ausgeschieden werden, über den Darm Giftstoffe an den Körper zurückgeben. Das Abführen soll die Kopfschmerzen verhindern.

„Entschlackung“ aus wissenschaftlicher Sicht

Die Vorstellung, dass sich giftige Schlacken im Darm bzw. im Körper ansammeln, hat wissenschaftlich gesehen keine Grundlage. Zumal bis heute nicht klar definiert ist, was Schlacken aus medizinischer Sicht konkret sein sollen. Dennoch geistert der Begriff „Entschlackung“ bis heute in der Alternativmedizin umher und hat mit dem Hype rund um „Detox“ einen modernen Anstrich bekommen. Zwar bestreitet auch die Wissenschaft nicht, dass über die Nahrung Giftstoffe in den Körper gelangen und durch den Stoffwechsel giftige Abfallprodukte entstehen. Allerdings gelangen diese erst gar nicht in den Darm. Denn sie werden schon vorher von der Leber abgebaut und über die Galle und den Harn ausgeschieden. Ohnehin sind die Begriffe „Detox“ und „Entschlackung“ irreführend. Denn der Abbau von Giftstoffen im Körper funktioniert bei normaler Gesundheit bereits optimal. Die Entgiftung kann damit nicht – wie diese Begriffe suggerieren – durch Substanzen oder Prozeduren darüber hinaus gesteigert werden.

Die Argumente für das Abführen beim Heilfasten teilt die Wissenschaft nur begrenzt

Der geruchsintensive Stuhl, der von vielen Fastenden beschrieben wird, ist daher nicht auf das vermehrte Ausscheiden von Giftstoffen zurückzuführen, sondern auf den durch das Fasten veränderten Stoffwechsel. Auch die Kopfschmerzen, die in den ersten Fastentagen auftreten können, haben nichts mit Schlacken im Darm zu tun. Sie sind in der Regel eine Nebenwirkung des Koffeinentzugs oder der sogenannten Keto-Grippe, während der sich der Körper vom Glykogenstoffwechsel auf die Ketose umstellt. Damit bleiben nur das reduzierte Hungergefühl und die Unterstützung der verminderten Darmtätigkeit als Argumente für das Abführen beim Heilfasten. Diese haben für das Wohlbefinden durchaus ihre Berechtigung. Für den gesundheitlichen Erfolg des Heilfastens spielt Abführen jedoch keine Rolle.

Fasten ohne Darmentleerung? Beim Scheinfasten keine Frage mehr

Wenn du dir das Abführen allerdings komplett ersparen möchtest, gibt es für dich eine Methode, bei der Fasten ohne Darmentleerung möglich ist: Das Scheinfasten. Das 5-tägige Scheinfasten-Programm ist eine wissenschaftlich weiterentwickelte Form des traditionellen Heilfastens. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass man während dem Fasten feste Nahrung zu sich nehmen darf. Dennoch „denkt“ der Körper, dass er keine Kalorien zu sich nimmt und startet den Fastenstoffwechsel. Der Vorteil liegt auf der Hand: Drei Mahlzeiten am Tag mit fester, nährstoffreicher Nahrung machen das mehrtägige Fasten deutlich alltagstauglicher und vor allem auch sicher für die bequeme Anwendung zuhause.

Fasten ohne Darmentleerung möglich, da der Magendarmtrakt ganz normal weiterarbeitet

Feste Nahrung zum Fasten bringt aber noch einen weiteren, wünschenswerten Nebeneffekt mit sich. Dadurch, dass der Magendarmtrakt weiterhin mit fester Nahrung versorgt wird, kann er ganz normal weiterarbeiten. Was wiederum das Abführen komplett überflüssig macht. Auch das Hungergefühl wird beim Scheinfasten nicht stärker sein. Im Gegenteil, denn diese Methode erlaubt mit ca. 700–1100 kcal pro Tag eine deutlich höhere Kalorienzahl als traditionelle Fastenkuren (300–500 kcal). Wer dennoch abführen möchte, kann dies natürlich auch beim Scheinfasten tun. Notwendig ist es allerdings nicht. Gleichzeitig sind die gesundheitlichen Effekte mit traditionellem Heilfasten vergleichbar.

Scheinfasten: Noch nie war Heilfasten so einfach!

Wenn auch du in den Genuss der Vorteile des Heilfasten kommen willst, ohne dabei auf feste Nahrung verzichten zu müssen, bietet sich dir jetzt mit Scheinfasten die Chance.



Einfach gesünder leben!


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