Intervallfasten Kaffee

Wie sinnvoll ist es beim Intervallfasten Kaffee zu trinken?

Beim Intervallfasten Kaffee trinken? Das ist und bleibt ein großes Streitthema. Die Puristen raten grundsätzlich von Kaffee während der Fastenphase ab. Kaffee-Fans sehen Intervallfasten und schwarzen, kalorienfreien Kaffee als die perfekte Kombination. Und Ketose-Verfechter schwören wiederum auf den fettreichen Bulletproof Coffee als ultimativen Fasten-Booster. Alle Seiten begründen ihre Meinung mit wissenschaftlichen Fakten. Doch was stimmt denn nun wirklich und wie sieht es mit Kaffee während des Heilfastens aus?

Beim Intervallfasten Kaffee trinken: Die traditionelle Sicht

Der ursprüngliche Gedanke des Intervallfastens ist, während der 16-stündigen Fastenphase die Kalorienaufnahme bei 0 kcal zu halten, damit man den Fastenzustand nicht vorzeitig unterbricht. Das bedeutet, nicht nur komplett auf Nahrung, sondern auch auf kalorien- oder süßstoffhaltige Flüssigkeiten zu verzichten. Ein weiterer, traditioneller Aspekt des Fastens ist außerdem, dass die essensfreie Zeit auch immer eine Verzichtphase von Genuss- und Suchtmitteln sein soll. Dies schließt auch den Kaffee mit ein. Allerdings stammt diese traditionelle Ansicht aus einer Zeit, als man Kaffee als gesundheitsschädlich einstufte.

Beim Intervallfasten Kaffee trinken: Die Sicht der Wissenschaft

Die Sichtweise, dass Kaffee gesundheitsschädlich sei, ist wissenschaftlich gesehen inzwischen komplett überholt. Denn insbesondere schwarzer, ungesüßter Kaffee gilt mit seinen vielen sekundären Pflanzenstoffen als äußerst gesundheitsfördernd. So soll er unter anderem das Herzkreislaufsystem unterstützen und sogar die Zellerneuerung anregen, ein wesentlicher Aspekt des Fastens. Eine Studie gab zwar Hinweise darauf, dass Koffein die Insulinsensitivität kurzeitig beeinträchtigt und damit auch negativen Einfluss auf den Fettstoffwechsel haben kann. Allerdings trifft dies nur auf isoliertes Koffein zu. Denn eine ähnliche Wirkung konnte bei schwarzem Kaffee mit sekundären Pflanzenstoffen nicht festgestellt werden.

Daher kann man beim Intervallfasten Kaffee, sofern man ihn kalorienfrei und ungesüßt zu sich nimmt, wie gewohnt genießen. Aber natürlich nur, wenn man sich dabei wohl fühlt und er nicht auf den leeren Magen schlägt. Wer partout nicht auf Milch verzichten möchte und die Entscheidung für oder gegen das Intervallfasten davon abhängig macht, kann zur Not auch auf pflanzliche Varianten ausweichen. Dann aber so wenig wie möglich. Denn letztendlich gilt: Lieber mit Milch im Kaffee intervallfasten, als gar nicht. In diesem Fall ist jedoch die Fastenwirkung eingeschränkt.

Fastencheck: welche gesundheitlichen Vorteile des Fastens sind für mich wichtig?

Beim Intervallfasten Kaffee trinken: Bulletproof Coffee

Die Idee, das Intervallfasten mit dem sogenannten Bulletproof Coffee (ein schwarzer, ungesüßter Kaffee mit Kokos- und MTC-Öl) zu unterstützen, geht auf das Prinzip der ketogenen Ernährung zurück: Dadurch, dass man dem Körper nur Fett als Energiequelle zur Verfügung stellt, ist er dazu gezwungen, Ketone zu bilden, um Fett als Energieträger nutzen zu können. Das kurbelt die Fettverbrennung an, gleichzeitig erhöht der sogenannte Fettstoffwechsel die Konzentrations- sowie Leistungsfähigkeit und reduziert das Hungergefühl. Außerdem hat Fett keinen relevanten Effekt auf den Blutzucker, weshalb der Insulinspiegel trotz Energiezufuhr stabil auf einem niedrigen Niveau bleibt.

Das hört sich zunächst einmal gut an. Allerdings bringt Bulletproof Coffee einige Probleme mit sich:

  1. Der hohe Fettgehalt eines Bullet Proof Coffees entspricht nicht der evolutionären Biologie unseres Körpers, da er nirgends in der Natur in dieser Form vorkommt.
  2. Die gesundheitlichen Effekte des Bulletproof Coffee im Zusammenhang mit dem Intervallfasten sind noch nicht erforscht.
  3. Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren beeinflusst den Cholesterinspiegel negativ.
  4. Bulletproof Coffee hat sehr wenige Mikronährstoffe und nahezu keine Ballaststoffe (0,5 g auf 100 g). Daher kann er keine ausgewogene Mahlzeit ersetzen und ist damit definitiv die schlechtere Wahl. Dies gilt auch im Zusammenspiel mit Nahrungsergänzungsmitteln, die diesen Nährstoffmangel ausgleichen sollen.

Daher raten wir dazu, lieber richtig in Intervallen zu fasten – gerne mit einem ungesüßten, schwarzen Kaffee – und sich in der Essensphase ausgewogen zu ernähren.

Beim Heilfasten Kaffee trinken: Der Einfluss auf die Biochemie ist noch nicht erforscht

Etwas komplizierter ist die Frage mit dem Kaffeekonsum während dem Heilfasten. Denn beim mehrtägigen Fasten findet eine deutlich ausgeprägtere Veränderung in der Biochemie des Blutes statt. Dies kann die Wirkung von Medikamenten erheblich beeinflussen, da nun andere chemische Reaktionen ablaufen. Auch die Wechselwirkung mit Kaffee ist wissenschaftlich noch nicht hinreichend geklärt.

Beim Heilfasten Kaffee trinken: Das berichten Fastende

Fastende berichteten jedoch unter anderem von einem verstärktem (Heiß-) Hungergefühl nach Abklingen der Koffeinwirkung und schlechterem Schlaf. Auch kann der Kaffee insgesamt stärker wirken, so dass man bei gewohnter Kaffeemenge schnell überdosiert.

Beim Heilfasten Kaffee trinken: Ein vollständiger Verzicht muss nicht sein

Um das positive Fastenerlebnis nicht zu beeinträchtigen, wird daher dazu geraten, den Kaffeekonsum vollständig einzustellen oder zumindest stark herunterzufahren. Optimalerweise macht man den Koffein-Entzug eine Woche vor dem Fasten. Denn die Effekte des Entzugs wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle treten in der Regel erst nach 2–3 Tagen ein und können mehrere Tage anhalten. Hier kann es aber schon helfen, nicht schlagartig mit dem Kaffeekonsum aufzuhören, sondern Schritt für Schritt runter zu dosieren.

Wenn man dennoch nicht komplett auf Kaffee verzichten möchte, ist das auch nicht schlimm: Prof. Dr. Valter Longo, der Entwickler des Scheinfastenprogramms ProLon®, erklärt eine Tasse ungesüßten Espresso pro Tag als bedenkenlos. Mehr ist allerding mit Vorsicht zu genießen.

Unser Fazit: Kaffee und Fasten passen wunderbar zusammen, aber in Maßen

Hört man auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, so passen Intervallfasten und Kaffee wunderbar zusammen: Er verringert das Hungergefühl während der Fastenphase, gibt zusätzliche Energie trotz leerem Magen und unterstützt den Fastenstoffwechsel dadurch, dass er die Fettverbrennung und die Autophagie anregt. Allerdings sollte man dennoch die empfohlene Tagesdosis von 4 Tassen pro Tag nicht überschreiten. Insgesamt gilt für uns hier: Pragmatismus geht vor Dogmatismus. Schließlich soll man das Intervallfasten ja dauerhaft durchhalten. Etwas vorsichtiger mit dem Kaffee sollte man beim Heil- oder Scheinfasten sein. Gegen eine Tasse ungesüßten Espresso oder Grüntee pro Tag ist aber auch hier nichts einzuwenden.

Du willst während dem Heilfasten auch nicht auf Essen verzichten und dabei noch einen leckeren Schoko-Nussriegel genießen? Dann ist das 5-tägige Scheinfastenprogramm ProLon® etwas für dich!

Einfach gesünder leben!


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