Im ersten Teil unserer Serie haben wir uns intensiv mit den Herausforderungen des Fastens bei Frauen während des Menstruationszyklus auseinandergesetzt. Lies dazu unseren Beitrag "Ist Intervallfasten für Frauen ungesund?" sowie das inspirierende Interview "Fast like a Girl – Interview mit Dr. Mindy Pelz". In diesem Teil richten wir unseren Fokus auf die Menopause und zeigen, wie individuell angepasste Fastenstrategien Frauen in den Wechseljahren – von der Prä- über die Peri- bis hin zur Postmenopause – dabei unterstützen können, Gesundheit und Vitalität nachhaltig zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung: Fasten und Menopause – Ein neuer Ansatz in den Wechseljahren
- Fasten und Menopause: Wissenschaftliche Grundlagen und hormonelle Veränderungen
- Fasten und Menopause: Prämenopause – Vorbereitung und Vorbeugung
- Fasten und Menopause: Perimenopause – Herausforderungen und Chancen
- Fasten und Menopause: Postmenopause – Erhaltung von Gesundheit und Vitalität
- Fasten und Menopause: Praktische Tipps und Ernährungsempfehlungen
- Fasten und Menopause: Fazit und Ausblick
1. Einführung: Fasten und Menopause – Ein neuer Ansatz in den Wechseljahren
Die Menopause ist für viele Frauen mit vielfältigen Symptomen verbunden – von Hitzewallungen über Stimmungsschwankungen bis hin zu Gewichtszunahme. Traditionelle Ansätze stoßen oft an ihre Grenzen. Wir haben zwei neue E‑Books (Englisch) für dich hier zusammengefasst, die Fasten für Frauen in den Fokus rücken.
- Dr. Sharon Stills zeigt, wie Fasten als bewusster Lifestyle-Ansatz Frauen in den Wechseljahren unterstützen kann, ihren Körper neu auszurichten [E1].
- Dr. Felice Gersh ergänzt diese Sichtweise mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die belegen, dass Fasten den Stoffwechsel, Hormone und Entzündungsprozesse positiv beeinflusst [E2].
Originalstudien, die den natürlichen Hormonabbau während der Menopause dokumentieren, belegen dies (vgl. Al‑Azzawi & Palacios, 2009 [1]) ebenso wie Studien, die den Anstieg des viszeralen Fetts in dieser Lebensphase aufzeigen (vgl. Lovejoy et al., 2008 [2]).
2. Fasten und Menopause: Wissenschaftliche Grundlagen und hormonelle Veränderungen
Während der Wechseljahre sinken die Spiegel von Östrogen, Progesteron und Testosteron erheblich. Diese hormonellen Veränderungen beeinflussen den Stoffwechsel und führen zu einer veränderten Fettverteilung.
- Hormonelle Prozesse: Studien zeigen, dass sinkende Östrogenspiegel zu Symptomen wie Hitzewallungen führen und die Fettlagerung begünstigen (vgl. Al‑Azzawi & Palacios, 2009 [1]; Lovejoy et al., 2008 [2]).
- Fasten als stabilisierender Faktor: Richtig umgesetztes Fasten kann helfen, diese Schwankungen abzufedern – durch die Verbesserung der Insulinsensitivität und Reduktion chronischer Entzündungen [E1]. Ergänzend betont Dr. Gersh, dass intermittierendes und alternierendes Fasten das metabolische Gleichgewicht wiederherstellen kann (vgl. de Cabo & Mattson, 2019 [3]).
- Erhöhtes Krankheitsrisiko: Die metabolischen Veränderungen erhöhen das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, bestimmte Krebsarten, Demenz und Osteoporose (vgl. Hales et al., 2020 [4]; Chung et al., 2015 [5]).
3. Fasten und Menopause: Prämenopause – Vorbereitung und Vorbeugung
Bereits in der Prämenopause bereiten sich viele Frauen unbewusst auf die bevorstehenden hormonellen Veränderungen vor.
- Vorbeugende Effekte: Gezielte Fastenprotokolle – beispielsweise intermittierendes Fasten im 16:8-Modus – können den Stoffwechsel regulieren und helfen, überschüssiges Fett, das als Östrogenspeicher wirkt, abzubauen [E1]. Studien belegen auch, dass strukturierte Fastenansätze präventiv positive Effekte auf die Insulinsensitivität haben (vgl. Kalam et al., 2023 [6]).
- Mentale Neuausrichtung: Fasten bietet die Chance, innezuhalten und den Körper bewusster wahrzunehmen, was den Übergang in die Wechseljahre erleichtert [E2].
4. Fasten und Menopause: Perimenopause – Herausforderungen und Chancen
Die Perimenopause ist häufig die Phase, in der erste Symptome wie unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auftreten.
- Symptomlinderung: Dr. Stills berichtet, dass Fasten – richtig umgesetzt – Symptome wie Hitzewallungen und Müdigkeit abmildern kann, indem es den Blutzuckerspiegel stabilisiert [E1].
- Wissenschaftliche Bestätigung: Dr. Gersh führt aus, dass Fasten in dieser Phase besonders wirksam sein kann, um hormonelle Schwankungen zu dämpfen und die Insulinsensitivität zu verbessern. Dies zeigt sich in einer Reduktion des viszeralen Fetts und entzündlicher Marker (vgl. Wei et al., 2017 [7]; Chung et al., 2016 [8]).
- Mythen und Fakten: Entgegen der Befürchtung, dass Fasten in dieser sensiblen Phase zu Muskelabbau führen könnte, zeigen Studien, dass – in Kombination mit nährstoffreicher Ernährung und moderatem Krafttraining – die fettfreie Muskelmasse erhalten oder sogar gestärkt werden kann (vgl. Nardon et al., 2022 [9]).
5. Fasten und Menopause: Postmenopause – Erhaltung von Gesundheit und Vitalität
In der Postmenopause stabilisieren sich die hormonellen Veränderungen, jedoch treten andere gesundheitliche Herausforderungen in den Vordergrund:
- Stoffwechsel und Körperzusammensetzung: Fasten kann den Stoffwechsel anregen, überschüssiges Körperfett abbauen und das Risiko für kardiometabolische Erkrankungen senken (vgl. [E2]; Willoughby et al., 2018 [10]).
- Knochen- und Muskelgesundheit: Angepasste Fastenprotokolle wie die FMD (im Englischen Original fasting-mimicking diet), im Deutschen Scheinfasten oder fasten-imitierende Diät, fördern den Fettabbau, ohne dass es zu einem Verlust der fettfreien Muskelmasse kommt – entscheidend zur Vorbeugung von Sarkopenie und Osteoporose (vgl. Barnosky et al., 2017 [11]; Ji & Yu, 2015 [12]).
- Verbesserung weiterer Gesundheitsparameter: Untersuchungen zeigen, dass Fasten zu einer Senkung von Blutzucker, Blutdruck und ungünstigen Lipidwerten führt, was das Risiko chronischer Erkrankungen reduziert (vgl. Taddei, 2009 [13]; Ambikairajah et al., 2019 [14]).
6. Fasten und Menopause: Praktische Tipps und Ernährungsempfehlungen
Damit Fasten in den Wechseljahren nachhaltig wirkt, bedarf es einer sorgfältigen Integration in den Alltag. Hier einige praxisnahe Empfehlungen:
- Wahl der Fastenmethode: Wählt eine Methode, die zu eurem Lebensstil passt – sei es intermittierendes Fasten (z. B. 16:8), alternierendes Fasten oder die FMD (im Englischen Original fasting-mimicking diet), im Deutschen Scheinfasten oder fasten-imitierende Diät. Beide E‑Books betonen, dass individualisierte Fastenpläne die besten Ergebnisse liefern [E1][E2].
- Nährstoffreiche Ernährung: In den Essensphasen sollte der Fokus auf hochwertigen Proteinen, gesunden Fetten und ballaststoffreichen Kohlenhydraten liegen, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Hormonhaushalt zu unterstützen (vgl. [E2]).
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Gerade in den Wechseljahren ist eine ausreichende Hydration wichtig – ergänzt durch Elektrolyte, um Dehydrierung und hormonelle Dysbalancen vorzubeugen (vgl. Wei et al., 2017 [7]).
- Bewegung und Stressmanagement: Ergänzt euer Fastenprogramm mit moderatem Krafttraining und Ausdauerübungen sowie Techniken wie Meditation oder Yoga, um Stress abzubauen und den Körper ins Gleichgewicht zu bringen (vgl. [E1] und [E2]).
- Individuelle Anpassung: Hört stets auf euren Körper: Bei auftretenden Symptomen kann es sinnvoll sein, Fastenfenster anzupassen oder vorübergehend zu pausieren. Eine fachliche Beratung unterstützt euch dabei, die optimale Balance zu finden.
7. Fasten und Menopause: Fazit und Ausblick
Fasten bietet in allen Phasen der Menopause – prä, peri und post – einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um hormonelle Schwankungen auszugleichen, den Stoffwechsel zu optimieren und die allgemeine Gesundheit zu fördern.
- Ganzheitlicher Nutzen: Die Kombination aus Fasten, einer nährstoffreichen Ernährung, moderater Bewegung und effektivem Stressmanagement schafft die Voraussetzungen, den Herausforderungen der Wechseljahre mit mehr Leichtigkeit zu begegnen [E1][E2].
- Zukunftsperspektiven: Mit fortschreitender Forschung und individuell zugeschnittenen Fastenprotokollen können Frauen künftig noch besser unterstützt werden. Unsere Brand setzt sich dafür ein, dass evidenzbasierte Methoden wie Fasten nachhaltig in den Alltag integriert werden – gestützt durch Originalstudien wie Al‑Azzawi & Palacios (2009 [1]), Lovejoy et al. (2008 [2]) und viele weitere (siehe Referenzen [1] bis [14]).
Wir hoffen, dass dieser Artikel euch wertvolle Einblicke und praktische Tipps bietet, um Fasten als Instrument in den Wechseljahren für eure persönliche Gesundheitsreise zu nutzen.
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Quellenverzeichnis
E‑Book-Quellen:
- [E1] Dr. Sharon Stills: Mastering Perimenopause and Meno(pause) with Fasting – Download
- [E2] Dr. Felice Gersh: Menopause & Fasting eBook – Download
Originalquellen aus dem Menopause & Fasting eBook (Auswahl):
- [1] Al‑Azzawi, F., & Palacios, S. (2009). Hormonal changes during menopause. Maturitas, 63(2), 135–137. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2009.03.009
- [2] Lovejoy, J. C., Champagne, C. M., de Jonge, L., Xie, H., & Smith, S. R. (2008). Increased visceral fat and decreased energy expenditure during the menopausal transition. International Journal of Obesity, 32(6), 949–958. https://doi.org/10.1038/ijo.2008.25
- [3] de Cabo, R., & Mattson, M. P. (2019). Effects of Intermittent Fasting On Health, Aging, and Disease. New England Journal of Medicine, 381(26), 2541–2551. https://doi.org/10.1056/NEJMra1905136
- [4] Hales, C. M., Carroll, M. D., Fryar, C. D., & Ogden, C. L. (2020). Prevalence of Obesity and Severe Obesity Among Adults. NCHS Data Brief, (360).
- [5] Chung, G. E., et al. (2015). The influence of metabolic factors for nonalcoholic fatty liver disease in women. BioMed Research International, 2015, 131528.
- [6] Kalam, F., et al. (2023). Effect of time-restricted eating on sex hormone levels in premenopausal and postmenopausal females. Obesity, 31(Suppl 1), 57–62.
- [7] Wei, M., et al. (2017). Fasting-mimicking diet and markers/risk factors for aging, diabetes, cancer, and cardiovascular disease. Science Translational Medicine, 9(377), eaai8700. https://doi.org/10.1126/scitranslmed.aai8700
- [8] Chung, H., et al. (2016). Time-restricted feeding improves insulin resistance and hepatic steatosis in a mouse model of postmenopausal obesity. Metabolism, 65(12), 1743–1754. https://doi.org/10.1016/j.metabol.2016.09.006
- [9] Nardon, M., et al. (2022). Fasting-Mimicking-Diet does not reduce skeletal muscle function in healthy young adults: a randomized controlled trial. European Journal of Applied Physiology, 122(3), 651–661. https://doi.org/10.1007/s00421-021-04867-2
- [10] Willoughby, D., et al. (2018). Body Composition Changes in Weight Loss: Strategies and Supplementation for Maintaining Lean Body Mass. Nutrients, 10(12), 1876. https://doi.org/10.3390/nu10121876
- [11] Barnosky, A., et al. (2017). Effect of alternate day fasting on markers of bone metabolism: An exploratory analysis of a 6‐month randomized controlled trial. Nutrition and Healthy Aging, 4(3), 255–263. https://doi.org/10.3233/NHA-170031
- [12] Ji, M. X., & Yu, Q. (2015). Primary osteoporosis in postmenopausal women. Chronic Diseases and Translational Medicine, 1(1), 9–13. https://doi.org/10.1016/j.cdtm.2015.02.006
- [13] Taddei, S. (2009). Blood pressure through aging and menopause. Climacteric, 12(Suppl 1), 36–40. https://doi.org/10.1080/13697130903004758
- [14] Ambikairajah, A., et al. (2019). Lipid profile differences during menopause: a review with meta-analysis. Menopause, 26(11), 1327–1333. https://doi.org/10.1097/GME.0000000000001403